© Foto: Tourismusverband Hausruckwald/Andreas Zopf: Reitwege im Hausruckwald
Blick über die Hausruckwaldregion, im Tal liegt Neben, über der Nebelgrenze leuchten die Herbstbäume im Sonnenlicht.

Florins Reise durch den mystischen Hausruckwald

Ein kleiner Reiseführer

Das ist die Geschichte von FLORIN. Florin lebt in seiner kleinen, geheimen Holzhütte, versteckt in den Weiten des tief verschneiten Hausruckwaldes. Noch nie hat ein Mensch diese Hüttel entdeckt. Das aufgeweckte Pony liebt  Abenteuer! Es kann gar nicht genug davon kriegen, in der Mystik des geheimnisvollen Waldes, aber auch in den idyllischen Orten und aufregenden Kleinstädten Neues zu erleben. Immer, wenn der glitzernde Mond kugelrund wird und sein magisches Leuchten über die Region legt, begibt sich Florin auf eine neue Reise. So auch an diesem Vollmondtag.

Florins erstes Reiseziel sollte das Zuhause seiner Pony-Freunde werden: das Isländergestüt Hausruckhof. So wanderte Florin durch den nebelig mystischen Wald bis nach Ampflwang. Es war ein langer und anstrengender Weg, aber das Pony kämpfte sich tapfer durch das dichte Geäst und den hohen Schnee. Als nun langsam die zarten Sonnenstrahlen ihren Weg zwischen den Baumstämmen durchfanden und die Wärme das weiche Fell des Ponys bedeckte, war es endlich angekommen. Aber der Hausruckhof war menschenleer, es war nicht das klitzekleinste Geräusch wahrzunehmen. Florin trottete mucksmäuschenstill an der Reitbahn vorbei Richtung Futterkammer, denn vor lauter Anstrengung tat ihm sein knurriger Magen schon ganz weh. Und da, hinter dem großen Strohhaufen, bemerkte Florin ein Isländerpony. Florin erkannte die Schönheit sofort: es war seine beste Freundin Lilly! Sie saß zufrieden in der Futterkammer und schmatzte verstohlen knusprige Kekse. Als sich endlich ihre Augen trafen, freuten sie sich so sehr über ihr Wiedersehen, dass sie gar nicht mehr aufhören konnten, miteinander zu kuscheln. Sie erzählten sich Neuigkeiten und schwelgten in gemeinsamen Erinnerungen. Glücklich aßen sie gemeinsam die Kekse auf, dann ging Florins Reise weiter.

Das Pony spürte plötzlich eine Energie aufflammen, wie es sie schon lange nicht mehr kannte. Von den Hufen bis in die Ohrenspitzen rief alles nach Spannung, Spaß und Abenteuer. Welch ein Glück, dass das nächste Reiseziel der Wald der Kinder war. Aufgeregt galoppierte Florin in warmen Winterstiefeln, die es von Lilly bekommen hatte, über den großen Schneehügel nach Zell am Pettenfirst. Im Wald der Kinder angekommen, hörte es unzählige, aufgeregte Kinderstimmen, lautes und lustiges Schreien, Juchzen und Lachen. Genau richtig für Florin! Durch sein knuffeliges Aussehen hatte das Pony keine Mühen, sofort Spielkameraden zu finden. Gemeinsam mit einer Kindergruppe tobte es vergnügt an den abenteuerlichen Stationen, die dort im mystischen Wald zu entdecken sind. Nach dem vielen anstrengenden Herumtollen, Balancieren, Schaukeln und Verstecken brauchten Florin und die Kinder eine kleine Pause. Oben auf der Pettenfirsthütte gab es zum Glück eine ausgiebige Stärkung – und eine fantastische Aussicht! Nach einer Weile verabschiedete sich Florin schweren Herzens von den Kindern und wanderte weiter.

Für sein nächstes Ziel musste sich Florin aber erst noch etwas in Schale werfen. Denn mit zerzausten Haaren, dreckigen Hufen und einem strubbeligen Schweif, so wusste das Pony aus Erzählungen, ist man nicht ordnungsgemäß zurechtgemacht – für ein Schloss. Je näher es dem Schloss Wolfsegg kam, desto wilder klopfte sein kleines Herz. Schließlich hatte es noch nie die Ehre, so eine große, prachtvolle Hütte zu betreten. Vor dem Eingangstor hielt Florin kurz inne und versuchte sich vorzustellen, was ihn dort drinnen erwarten würde. Während das Pony so da stand, bemerkte es im Augenwinkel eine Rehfamilie nur wenige Meter neben ihm. Wie es aussah, hatten auch die Rehe das gleiche vor wie Florin. Und so taten sich die Tiere zusammen und betraten gemeinsam das edle Schloss. Sie trauten ihren Augen kaum, denn was sie sahen, übertraf all ihre Vorstellungen. Riesengroße Gemälde an den Wänden, am Boden wunderschön gemusterte Teppiche, so viele Zimmer waren da – eines größer als das andere. Und weil die Tiere so begeistert davon waren, stolzierten sie wie Schlossherren durch das Haus, um mehr von diesem tollen Ort zu entdecken. In einem der Räume – die Tür war halb offen – bemerkte Florin ein kleines Mädchen, das sehr oft zum Spielen ins Schloss kam. Während es spielte, sang es immerzu ein wunderschönes Lied vor sich hin. Das Lied von der Waldelfe, die alle Bewohner des mystischen Hausruckwalds vor ungebetenen Geistern schützen soll. Das Lied zog Florin in seinen Bann, weil es so bezaubernd klang. Aber gleichzeitig hatte das Pony etwas Angst, seine Reise nun alleine fortzusetzen, denn draußen wurde es schon dämmrig und die Geister schwirrten unentwegt in seinem Kopf herum. Da hatte das furchtlose Mädchen eine Idee! Es schnappte das Pony am Zopf und begleitete es ein Stück auf seinem Weg. Die Glashütte inSchwanenstadt, wo der Glasmeister magische Amulette herstellt, war das nächste Ziel. Florin wusste: ein Amulett bringt Glück und hält Schaden fern. So eines musste das aufgeregte Pony unbedingt haben! Zwischen all den zauberhaften Amuletten fiel sein Blick auf ein ganz besonderes: eines aus in allen Farben schimmernden Kristallglas. Von nun an sollte das Amulett um Florins flauschigen Hals sein ständiger Begleiter sein.

Florin spürte die unglaubliche Kraft des Amuletts, die ihm den Weg zu den nächsten, historischen Orten wies. Zuerst führte es ihn zur Wallfahrtsbasilika Maria Puchheim, die 1951 von Papst Pius XII. von der Kirche zur Basilika erhoben wurde. Florin war schon sehr beeindruckt von diesem riesigen Schuppen, der mit dem idyllischen Schlossteich ein kleines Paradies inmitten dieser kleinen, sanften Hügel zu sein scheint. Entlang der wildromantischen Flusslandschaft der Ager trapste Florin weiter durch die Puchheimer Au hindurch. Die letzten Meter begleitet von der sanft rauschenden Vöckla, stand das Pony nun endlich vor den Toren der Bezirkshauptstadt Vöcklabruck.

Genauer gesagt vor dem unteren Wappenturm, eines von zwei Erinnerungsstücken an Kaiser Maximilian, der vor mehr als 500 Jahren immer wieder gern in Vöcklabruck zu Besuch war. Der flauschige Vierbeiner traute seinen Augen kaum, als er durch das Tor hindurch schritt und er plötzlich mittendrin im turbulenten Rummel des Wochenmarktes stand. So viele Menschen hatte Florin noch nie zuvor gesehen. Alle waren entzückt von dem niedlichen Pony, das fröhlich über den Stadtplatz tänzelte und seine Freude kaum verbergen konnte. Duftende Blumen überall, verschiedene Geräusche und herrliche Gerüche. Immer wieder blieben Kinder stehen, um Florins Fell zu streicheln. Ihre Augen strahlten ihn an und manchmal ließ er eines der Kinder sogar auf seinem Rücken sitzen. Noch nie zuvor stand Florin so im Rampenlicht wie hier, was ihm sehr gefiel. Von dem Trubel wurde es ganz hungrig, der süße Duft eines Marktstands zog es magisch an. Doch enttäuscht stellte es fest, dass das gute Futter bereits vergriffen war. Das tat auch dem Verkäufer sehr leid, also verriet er dem Pony, wo diese köstliche Süßspeise gemacht wird. Florin wollte dort sein Glück versuchen. 

Und so machte es sich auf und wanderte mit seinem Amulett um den Hals weiter nach Neukirchen an der Vöckla. Dort, im Freilichtmuseum Stehrerhof, gab es sie dann in unüberschaubaren Mengen: frische, warme Bauernkrapfen. Gerade wurde eine neue Ladung gebacken. Ein Bissen und weg war der Krapfen, so gut hat es Florin geschmeckt! Es ließ sich noch ein paar dieser süßen Dinger einpacken und folgte dem Zauber des Amuletts weiter zum OBRA Kinderland, der Heimat von Obralino. Das kleine Umteuferl erwartete Florin schon sehnsüchtig, denn Obralino hatte schon gehört, dass sich das Pony auf einer Reise durch den Hausruckwald befand. Das Umteuferl zeigte Florin den riesigen Abenteuerspielplatz: sie versteckten sich im rätselhaften Ritterschloss, versuchten sich beim Goldwaschen im geheimnisvollen Bach, fuhren mit der Minibahn und wärmten sich zum Schluss bei einer Tasse Kakao auf.

Mit warmem und gut gesättigtem Bauch verabschiedete es sich von Obralino und marschierte durch das Landschaftsschutzgebiet Weyr-Welsern, wo es das große Glück hatte, ein paar von den vielen Vogelarten, die dort ihre Heimat haben, zu beobachten. Die Vögel begleiteten Florin mit lautem Trillern, Pfeifen und Singen ein Stück durch den sumpfigen Feuchtwald, bis es schließlich wieder in Ampflwang ankam. Denn dort gab es noch einiges mehr zu entdecken. Aus Erzählungen hatte es schon vom Lokpark gehört, von wo aus diese wunderbare, historische Nostalgieeisenbahn ihre Fahrten mit Kohle und Dampf durch die schöne Landschaft des Hausruckwalds macht. So eine alte Dampflok ist schon ein faszinierendes Erlebnis für kleine, neugierige Ponys wie Florin. 

Mit diesen unvergesslichen Eindrücken im Gepäck kämpfte sich das Pony weiter durch die verschneite, sonnig-glänzende Hügellandschaft, um die Orte, die er auf seiner Reise besucht hatte, endlich auch von oben zu betrachten. Aber zuerst musste es 210 Stufen bezwingen, die ihm am Plateau des 35 Meter hohen Aussichtsturms Göblberg einen grandiosen Blick über den Hausruckwald offenbarten. Es sah sogar über das Innviertel bis ins angrenzende Bayern und das Salzkammergut bis in den Alpenhauptkamm zu den Salzburger Bergen. Florin konnte es gar nicht glauben, wie schön die Welt von oben aussah! Jetzt dachte es wieder an die Vögel, die es vorhin kennen gelernt hatte und freute sich darüber, nun auch dieses schöne Gefühl erleben zu dürfen.

Glückselig tapste es Schritt für Schritt die Treppe hinunter, um am Ende seiner Reise noch seinem Freund Flosse, dem kleinen Delphin, einen Besuch abzustatten. Flosse wohnt im Abenteuerspielplatz des Aldiana Club Ampflwang. Die beiden verbrachten noch ein paar aufregende Stunden bei den lustigen Spielgeräten. Doch nun wurde es Zeit für das Pony, wieder zurück zu seiner kleinen Hütte zu kehren. Die Reise war lang und ereignisreich, wunderschön und abenteuerlich. Florin freute sich auf ein paar ruhige Tage, auf das kuschelige Stroh und saftige Karotten. Doch, welch‘ Überraschung! Als Florin die Tür öffnete, erwarteten ihn all‘ seine Weggefährten, die das Pony auf seiner Reise traf. Sie haben sich heimlich verabredet, um Florin nach der großen Reise in seiner kuschelig-gemütlichen Hütte zu empfangen. Das Pony war gerührt und überglücklich, alle noch einmal wieder zu sehen. Und so feierten sie ausgelassen, sie tanzten, sangen und aßen gute Sachen. Solange, bis der kugelrunde Mond in der Morgendämmerung hinter den Sonnenstrahlen verblasste.