© Paar blickt über Vöcklabruck
Junges Paar blickt über Vöcklabruck, um den Hals haben sie beide den Audioguide
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Hörspaziergang Vöcklabruck

Mit dem Audioguide in Vöcklabruck unterwegs

Vom Stadtplatz zur Pfarrkirche Maria Schöndorf

Eine historischen Spurensuche: „Mit Auge und Ohr vom Stadtplatz nach Maria Schöndorf“. Zu 23 Stationen sind interessante Informationen vertont und führen Sie zu den wichtigsten Orten des Weges. Hierbei werden die Sehenswürdigkeiten und deren historischen Hintergründe abwechslungsreich erläutert. Passend ausgesuchte Musikstücke lassen die Hörer in die vergangene Zeit eintauchen. Durch Eingabe der jeweiligen Stationsnummern erleben Sie mit dem Audioguide einen abwechslungsreichen Spaziergang. Zusätzlich sind einzelne historische Plätze durch Schautafeln erklärt. 

Kontakt

Tourismusverband Hausruckwald
Graben 8
4840 Vöcklabruck

Telefon+43 7672 26644
E-Mailinfo@tourismus-hausruckwald.at
© Aufstieg zu Maria Schöndorf
Junges Paar steigt gerade über die Wiese zu der gotische Kirche Maria Schöndorf auf

Mit dem Handy ist es jederzeit möglich, die Tour zu gehen. Wir haben für Sie alle Stationen kurz beschrieben und die Audiodateien eingefügt! Die Beschreibung der Route mit Kartenansicht finden sie hier!

Viel Spaß!

Begrüßung beim Schwibbogen

Station 1

Im Schwibbogen befindet sich die erste Infotafel dieses Hörspaziergangs.

Der Begriff Schwibbogen wurde von der Baukunst übernommen und ...

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... bezeichnet einen waagrechten Bogen, der zwei Gebäude oder Gebäudeteile spreizt. Häufig zu finden sind Schwibbögen in engen Gassen mittelalterlicher Städte. In Vöcklabruck verbindet er die Hinterstadt mit dem Stadtplatz.

Haus Stadtplatz 22

Station 2

Im August 1882 fand am Stadtplatz eine einmalige Feier statt. Anlass war das 150-jährige Jubiläum des uniformierten Bürgerkorps ...

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... und die Einweihung der neuen Fahne. Kaiserin Elisabeth von Österreich übernahm die Fahnenpatenstelle und spendete ein kostbares Fahnenband.

Im Gebäude Stadtplatz 22 waren zu dieser Zeit die Bezirkshauptmannschaft und das Bezirksgericht untergebracht. August Melnitzky, damaliger Bezirkshauptmann, eröffnete vom Fens ter aus das einzigartige Schauspiel.

Haus Stadtplatz 38

Station 3

Nahe dem oberen Stadtturm, Stadtplatz 38, erinnert eine Gedenktafel an den Komponisten Anton Bruckner, der oft ...

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... seine Schwester Rosalia in Vöcklabruck besuchte. In diesem Haus benützte er ein Zimmer und ein Klavier, wenn er tagsüber arbeiten wollte. Das Gebäude gehörte damals Herrn Hartmann, dessen charmante Stieftochter Marie Rottenberger Bruckners Muse wurde.

Stadtpfarrkirche St. Ulrich

Station 4

Nach dem Bau der Stadtmauer lagen die bereits vorhandenen Kirchen − Schöndorfer Kirche und Dörflkirche– außerhalb der Stadtmauer.

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Daher wurde um 1360 in Eigeninitiative der Stadtväter eine Ulrichskapelle innerhalb der Stadtmauern errichtet, die um 1400 zur Kirche erweitert wurde. Die heutige Stadtpfarrkirche ist eine dem hl. Ulrich geweihte spätgotische Kirche mit künstlerisch wertvollen Barockaltären. Die vier Glasfenster im Chor und die sechs des Langhauses wurden im Jahr 1922 vom rheinländischen Glasmaler Josef Raukamp, der seit 1915 in Linz eine Glasmalerei betrieb, geschaffen.

„Altes Mutterhaus“ der Schulschwestern

Station 5

Der Priester Sebastian Schwarz kaufte 1847 das Haus Hinterstadt Nr. 21 (neben der Stadtpfarrkirche) und gründete die erste Kinderbewahranstalt  ...

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... der Stadt Vöcklabruck, mit deren Führung er 1850 die Schulschwestern der Franziskanerinnen beauftragte. Erste Oberin im heutigen „Alten Mutterhaus“ war Schwester Franziska Serafika (Wimmer). Bereits 1855 erfolgte der Baubeginn des ersten Traktes des späteren Pädagogiums am Graben, das 1894 fertiggestellt wurde. Ohne Übertreibung darf man sagen, dass die Schulschwestern im Laufe ihrer weiteren Tätigkeit den Namen Vöcklabruck in allen Erdteilen bekannt gemacht haben.

Heute ist im sogenannten „alten Mutterhaus“ der Kindergarten der Franziskanerinnen untergebracht. Die Inschrift „Lasset die Kinder zu mir kommen“ im Torbogen des zweiten Eingangs erinnert an die Hausgründung.

Hueberhaus

Station 6

Im Haus am Graben 15a wohnte Rosalia, die Schwester des Dirigenten und Komponisten Anton Bruckner, die 1855 den Vöcklabrucker Stadtgärtner ...

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... Johann Nepomuk Hueber geheiratet hatte. Bruckner unterhielt eine starke menschliche Beziehung zu seiner Schwester und war deshalb mit Vöcklabruck engst verbunden.

Noch heute verwahren die Nachkommen von Bruckners Schwester, die Gärtnerfamilie Hueber, kostbare Bruckner-Erinnerungen und andere wertvolle Andenken. Einen Teil des Nachlasses übergab die Familie Hueber dem Heimathaus/Stadtmuseum, das einen sehenswerten Bruckner-Gedenkraum einrichtete.

Pädagogium (Schule der Franziskanerinnen)

Station 7

Ein Brand im Pensionatsgebäude im alten Mutterhaus in der Hinterstadt 21 beschleunigte 1893 die geplante Errichtung eines neuen Schulgebäudes ... 

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... am Graben für eine private Lehrerinnenbildungsanstalt (Pädagogium) mit vier Jahrgängen. Am 2. Sept.1894 fand die feierliche Einweihung des dreistöckigen Gebäudes statt. Die damals bestehende, fünfklassige private Mädchenschule wurde mit diesem Schuljahr in eine Lehrerinnenbildungsanstalt umgewandelt.

Heute beherbergt die Schule eine private Volksschule, eine Neue Mittelschule sowie das Oberstufen-Realgymnasium des Franziskanerinnenordens.

Vom Graben zur Dr.-Alois-Scherer-Straße

Station 8

Mit dem Audioguide erfahren Sie, was August Melnitzky, der 1880 mit 36 Jahren Bezirkshauptmann wurde, ...

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... über die turbulente Vergangenheit Vöcklabrucks zu erzählen hat.

Dr. Alois Scherer war ein kunstsinniger Vöcklabrucker Rechtsanwalt und Bürgermeister. Er gehörte zu den ersten, die Anton Bruckners Genius erkannten und beantragte am 13. Nov. 1883 die Ehrenmitgliedschaft Bruckners in der Vöcklabrucker Liedertafel.

In dem Audioguide erzählt Dr. Scherer über das gesellige Leben und über den Geselligkeitsverein „Paixhanslia“. Später wurde der ehemalige „Mitterweg“ in Dr.-Alois-Scherer-Straße umbenannt. Sie führt vom Graben bis zur Bundesstraße 1 und zählt durch ihre sehenswerten Jugendstilhäuser, die Oskar-Czerwenka-Musikschule, die öffentlichen Schulen und nicht zuletzt durch die Baumallee zu den schönsten Straßen Vöcklabrucks.

Bürgerschule (heute: „Neue Mittelschule“)

Station 9

Den Grundstock für das Pflichtschulzentrum in der Dr.-Alois-Scherer-Straße bildete die Bürgerschule. Sie war die elfte Gründung dieser Art in Oberösterreich ...

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... und wurde 1908, verbunden mit dem 60jährigen Regierungsjubiläum des Kaisers, eröffnet und erhielt den Namen „Kaiser Franz Josef I. Jubiläums-Knabenbürgerschule“. 1927 wurde die Bürgerschule in eine Hauptschule umgewandelt. Die Neue Mittelschule ist seit 2012 die Regelschule.

Volksschule

Station 10

Die Volksschule befand sich einst im Gebäude gegenüber dem Heimathaus in der Hinterstadt. 1951 wurde in der Schererstraße ...

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... der Neubau für eine Volksschule 1 und 2 feierlich eröffnet. 2014 besuchten die Volksschule VS 1 (Stadtgebiet nördlich der B1) 156 SchülerInnen, betreut von 22 LehrerInnen. Sie umfasst acht Klassen und eine Krankenhausklasse. Die Volksschule VS 2 (Stadtgebiet südlich der B1 u. Gemeinde Pilsbach) besuchten 141 SchülerInnen, betreut von 20 LehrerInnen. Sie umfasst acht Klassen und eine Vorschulklasse.

Czerwenka-Villa (Landesmusikschule)

Station 11

Der ehemalige Kunstmühlen-Besitzer Johann Wilhelm Stuki ließ in der heutigen Schererstraße eine prächtige Jugendstilvilla bauen.

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1916 erwarb das Gebäude der Teilhaber der Eternitwerke, Hans Czerwenka, der das Haus später seinem Sohn, Kammersänger Oskar Czerwenka (1924-2000), vererbte. 2008 wurde die denkmalgeschützte Villa samt Park von der Stadtgemeinde Vöcklabruck angekauft, renoviert, mit einem modernen Zubau erweitert und zur Oskar-Czerwenka-Landesmusikschule umgebaut.

Heute finden rund 1.000 Musikschüler in diesem Areal eine neue kulturelle Heimat.

Bedeutende Komponisten: Anton Bruckner

Station 12

besuchte mit Vorliebe die Familie seiner Schwester Rosalia in Vöcklabruck. Er war nicht nur bloß wegen der schönen Gegend gekommen, ...

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... sondern auch um sich zu erholen. Hier schrieb Anton Brucker wertvolle Briefe, wurde Ehrenmitglied der Liedertafel und der „Paixhanslia“, hat hier seinen 60. Geburtstag gefeiert und den 1. Satz der 8. Symphonie beendet.

Obwohl Anton Bruckner ein Liebes- und Eheglück versagt blieben, gefiel ihm doch die Vöcklabrucker Weiblichkeit. Fräulein Maria Rottenberger, die Stieftochter des Hausbesitzers Hartmann, war seine Muse und beflügelte sein Schaffen. Bei Spaziergängen in den nahen Wäldern entstanden die Pläne zur 8. Symphonie c-Moll. Vom Thema des Adagios der achten Symphonie sagte er selbst: „Da hab ich zu tief in ein Mädchenauge geschaut.“ Die Blumen, die Anton Bruckner während der Vöcklabrucker Wochen täglich dem schönen Fräulein Marie Rottenberger überreichte, machten sich bezahlt. Wer die Achte hört, möge ein wenig an die dort verewigte junge Vöcklabruckerin denken.

Bedeutende Komponisten: Wilhelm Kienzl (1857-1941)

Station 13

weilte mehrfach in Vöcklabruck im Hause Vorstadt 16. Dort schrieb er die ersten Skizzen zu seiner dritten und weltberühmten Oper ...

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... „Der Evangelimann“ nieder. 1920 komponierte er die Melodie zu einem von Dr. Karl Renner geschriebenen Gedicht „Deutschösterreich, du herrliches Land“, welches bis 1929 als inoffizielle Nationalhymne der Ersten Österreichischen Republik galt. Noch 80jährig wurde er mit dem Ehrenzeichen der Republik Österreich ausgezeichnet. Kienzl verstarb 1941 in Wien.

Bedeutende Dichter: Franz Stelzhamer (1802 - 1874)

Station 14

war ein großartiger Mundartdichter, der ebenfalls mit unserer Stadt eng verbunden ist. Er kam auf seinen Wanderfahrten wiederholt in unsere Stadt.

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Besonders gern weilte er im Kreise des 1854 gegründeten Geselligkeitsvereins „Paixhanslia“. In Vöcklabruck entstand auch „Die lustige Eicht“, vom Dichter als Stehgreifgedicht gesprochen und vom Chormeister der Vöcklabrucker Liedertafel vertont. Seine schönste Ehrung erfuhr er, als das Land Oberösterreich seinen „Hoamatgsang“ 1952 zur Landeshymne erkor.

Bedeutende Dichter: Rudolf Jungmair (1813 - 1875)

Station 15

An einem Schreibtisch der Bezirkshauptmannschaft Vöcklabruck saß als k.u.k. Adjunkt, zuletzt sogar als k.u.k. Statthalterei-Konzipist, der bekannteste oberösterreichische Dialektdichter, Rudolf Jungmair.

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Seine Schalkhaftigkeit und sein Humor machten auch vor trockenen Akten nicht halt und so manches Verserl fand sich zwischen nüchternem Amtsdeutsch. Er wurde 1875 in einem Ehrengrab auf dem Schöndorfer Friedhof beigesetzt. Eine Gasse der Innenstadt, die von der Hinterstadt zum Stadtplatz führt, ist nach ihm benannt.

Johann Isidor und Martin Braun

Station 16

Wesentlich zur heutigen wirtschaftlichen Bedeutung von Vöcklabruck hat die Firma „I. Braun’s Söhne“, Feilen und Werkzeugfabrik, beigetragen, die 1848 von Isidor Karl Braun gegründet wurde.

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Seine beiden Söhne Johann Isidor (1835-1907) und Martin Braun (1825-1898) erwarben sich große Verdienste um die Stadt Vöcklabruck und wurden am 4. März 1874 zu Ehrenbürgern ernannt.

Sie waren auch Gründungsmitglieder der Liedertafel 1850 und der Tischgesellschaft „Paixhanslia“, der späteren Schlaraffia. Die Liedertafel und der Geselligkeitsverein „Paixhanslia“, der 1855 gegründet wurde, bestimmten bis zum Zweiten Weltkrieg das kulturelle Leben in der Vöcklastadt. Der erste Obmann der „Paixhanslia“ war der Fabriksbesitzer Martin Braun. Mitglieder waren der Komponist Anton Bruckner und die Dichter Franz Stelzhamer und Rudolf Jungmair sowie andere Persönlichkeiten der Stadt.

Hans Hatschek und Hans Czerwenka

Station 17

Ein Meilenstein in der wirtschaftlichen Entwicklung und für den sozialen Aufstieg von Vöcklabruck ist die Erfindung des Baustoffes „Eternit“ von Ludwig Hatschek.

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Mit dem vielseitig verwendbaren Werkstoff begann Eternit seinen Siegeszug in der ganzen Welt. Die Fabrik wurde im Jahre 1893 auf dem Gelände einer alten Papiermühle, der sogenannten Kochmühle, gebaut.

Ludwigs Sohn Hans (1890-1956) führte die Fabrik mit Hans Czerwenka (1875-1961), einem langjährigen Mitarbeiter Ludwig Hatscheks, erfolgreich weiter. Der Bau des Krankenhauses „Hans Hatschekstiftung“ in Vöcklabruck fällt in diese Zeit.

Rosalia Bruckner und Max Auer

Station 18

Die stärkste menschliche Beziehung Anton Bruckners bestand zu seiner Schwester Rosalia, die mit dem Vöcklabrucker Stadtgärtner verheiratet war.

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Ihr widmete der einsame Künstler Briefe voll brüderlicher Zärtlichkeit und manches Geschenk. Besonders erfreute er sich ihrer Kochkünste. Bei Besuchen musste sie ihm meistens G´selchtes mit Griesknödel kochen und auch die „Apflschlangl“ entsprachen ganz besonders seinem Geschmack.

Das wohl größte Denkmal aller Zeiten setzte dem großen Tonkünstler Anton Bruckner der Vöcklabrucker Professor Max Auer (1880-1962) mit seiner hier entstandenen achtbändigen Bruckner-Biografie. Er gab u.a. Bruckners „Gesammelte Briefe“ (1924) und „Anton Bruckner als Kirchenmusiker“ (1927) heraus. Auer war auch der Präsident der internationalen Bruckner-Gesellschaft und von 1900 bis 1927 Chormeister der Liedertafel Vöcklabruck. 1946 ernannte ihn Vöcklabruck zum Ehrenbürger.

Aufstieg zur Schöndorfer Kirche („Brucknerbankerl“)

Station 19

Nun steigen wir die Stufen hinauf zur Wahlfahrtskirche Maria Schöndorf. Nach ein paar Schritten überragtrechts ein Holzkreuz, dass vom Bildhauer Arthur Rauch (1891-1938) ...

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... aus Altmünster geschaffen wurde. Bis zu seinem Tod führte er dort mit seiner Frau Klothilde eine bekannte Werkstatt, wo er zahlreiche Kreuze für Friedhöfe, Kapellen, Kriegerdenkmäler fertigte.

Beim „Brucknerbankerl“ machen wir Rast und betrachten die rechts neben der Sitzbank liegende große Steinplatte mit dem eingravierten Kopf von Anton Bruckner. Der Künstler war Franz Schicker (1915-2010), ein bekannter österreichischer Maler, Zeichner, Kunsterzieher und Kunstvermittler. Er stammte aus dem Bezirk Vöcklabruck (Hattenberg 12, Gemeinde Regau) und studierte an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Vom Kubismus beeinflusst, wurde er zum führenden Wegbereiter der Moderne im Salzkammergut. 1946 trat Franz Schicker für die Neugründung der Künstlergilde Salzkammergut nach dem Zweiten Weltkrieg ein und war von 1955 bis 1978 deren Präsident.

Die Bandbreite für Ehrungen reichte von Verleihung des Silbernen Ehrenzeichens des Landes Oberösterreich, des Ehrenringes der Kurstadt Gmunden über die Verleihung des Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse. Er starb am 18. Februar 2010 im 96. Lebensjahr.

Kirche Maria Schöndorf

Station 20

Die ehemalige Pfarrkirche von Vöcklabruck überragt mächtig die Stadt. Sie ist eine gotische Hallenkirche mit starker Raumwirkung.

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Neben der Stiftskirche Mondsee ist die Kirche Maria Schöndorf das älteste bezeugte Gotteshaus im Bezirk, die erstmals im Jahr 823 urkundlich erwähnt wurde. Um 1400 erfolgte ein Neubau, von dem im Chor noch einige gotische Glasfenster und die Muttergottesstatue mit Kind erhalten sind.

Die vier Heiligenfiguren der Westempore schuf Georg Schwanthaler 1772. Der neugotische Hochaltar aus dem Jahr 1869 stammt vom Linzer Bildhauer Engelbert Westreicher. Bei der Restaurierung in den Jahren 1957/58 wurden an der Empore-Rückwand der Kirche wertvolle Fresken mit dem selben Künstlerzeichen wie bei der Wappenwand des unteren Stadtturmes aus dem Jahre 1502 freigelegt.

1990 kamen bei Renovierungsarbeiten an der Nordseite des kleineren Turmes Freskoteile eines übermannsgroßen Christophorus aus der ersten Hälfte des 15. Jhdts. zum Vorschein, die durch den Anbau der Perkheimerkapelle verdeckt worden waren. Das Christophorusfresko trug ursprünglich ein Dach, das die Form einer Viertelpyramide besaß. Die Spitze derselben befand sich in der Ecke zwischen dem schmalen Turm und der Rückwand der Kirche. Heute sind von diesem Werk noch die restaurierten Beine des Christusträgers in der Kapelle sichtbar.

Im Dachgeschoss (für die Öffentlichkeit nicht zugänglich) des Turmes befinden sich weitere Reste des Christophorus. Dort trägt er auf der Schulter ein Jesuskind in einer künstlerisch überaus eindrucksvollen, ikonenhaften Darstellung.

Von außen ist die eigenartige Stellung der zwei Türme der Schöndorferkirche auffällig und wohl einmalig in Österreich. Das kommt daher, dass zu Beginn des 16. Jhdts. ein Plan gefasst wurde, die Kirche zu vergrößern. Dabei sollte das spätgotische Langhaus durch einen Westturm abgeschlossen werden. Um die Benützung der Kirche nicht lange zu behindern, begann man zunächst mit dem Bau des mächtigen Turmes, der heute die Stadt weithin sichtbar überragt. Anschließend war beabsichtigt, den kleineren Turm abzutragen und das Hauptschiff bis zum neuen Turm zu verlängern. Der Hauptgrund, dass dieses Vorhaben in den Anfängen stecken blieb, waren Geldmangel nach den Wirren der Reformation.

Auf dem „sanften Schöndorfer Hügel“, inmitten einer kulissenartigen Landschaft am Eingang des Salzkammergutes, ist das älteste Siedlungsgebiet von Vöcklabruck. Funde aus der Bronzezeit weisen darauf hin, dass Schöndorf damals bereits besiedelt war. Auf der erhöhten Geländestufe war möglicherweise eine römische Wachtstelle mit Kultplatz einer römischen Muttergottheit, wie die exponierte Lage und das spätere Marienheiligtum vermuten lassen, das bereits im Jahr 823 erwähnt wird. Gemäß der römischen Poststraßenkarte Tabula Peutingeriana lag diese Gegend an dem uralten Verkehrsweg von Ovilavis (Wels) nach Iuvavum (Salzburg). Diese Anhöhe gab auch einen guten Ausblick auf das Augebiet der Vöckla und Ager.

Station 21

Station 22

Muttergottesstatue am Hochaltar in der Schöndorfer Kirche

Die größte Kostbarkeit des Gotteshauses ist die Muttergottesstatue über dem Hochaltar aus dem Jahre 1430, die von einem unbekannten Künstler geschaffen wurde. Eine Legende ...

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... aus den Bauernkriegen erzählt: „Als im Jahre 1626 protestantische Bauern hier ihr Lager hielten, war ihnen das Gnadenbild ein Dorn im Auge. Sie trugen es in die Sakristei, doch unversehens stand das Wunderbild wieder auf dem Altar. Zum zweiten Mal entfernten sie es und schlossen die Sakristei mit dem Schlüssel ab. Kaum erfreuten sie sich ihrer Tat, so thronte das Bild schon wieder auf seinem Platz. Jetzt mauerten sie die Statue ein, doch auch dies war vergebens. Maria stellte sich wieder auf ihren gewohnten Gnadensitz.“

Grabstein des Mundartdichters Rudolf Jungmair

Im Jahre 1933 wurde dem oberösterreichischen Dialektdichter Rudolf Jungmair (1813-1875) eine neue, würdige Grabstätte beim Westturm von Schöndorf errichtet, ...

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... mit dem Spruch auf der Bodenplatte:

Du oasamer Freidhof,

Dih scheuchan die Leut’;

Du mahnst oan halt z’ernstli:

Zum umkehr’n war Zeit.

Station 23

Rückweg

(ohne Audioguide)

Auf dem Rückweg zum Tourismusbüro empfehlen wir die Variante Brucknerstraße Richtung Stadtplatz zu nehmen.

Die Schautafeln „Schulzentrum der Franziskanerinnen“ und „Braunkellerplatz“ bieten Ihnen dort noch einige interessante Informationen.